Computerwurm Sasser ist die erste Form neuer Angriffstechniken
5.5.2004:
So ganz unverhofft ist die derzeitige Wurmwelle des Typs Sasser
für Sicherheitsexperten nicht gekommen. Die von Sasser und
seinen Varianten Sasser B, C und mittlerweile schon D angewandte
Technik, wie man Suchmaschinen als Multiplikatoren von infizierten
Webseiten und Rechnern nutzen kann, ist ein Ansatz zu dem, was
als 'War Searching' bezeichnet wird. In verschiedenen Dokumenten
haben Experten bereits im vergangenen Jahr diese mögliche
Angriffstrategie beschrieben. Sasser ist jetzt die erste Realisierung
dieses Prinzips.
Der Computerwurm benutzt infizierte Rechner als Plattform für
weitere Suchläufe im Internet. Er konzentriert sich dabei
ausschließlich auf Rechner unter den Betriebssystemen Windows
2000 und XP - ältere Versionen von Windows sind außen
vor. Sasser scannt die Rechner auf einen offenen Port hin ab,
um dort seinen Code zum implementieren und einen FTP-Server zu
installieren. Der wiederum führt den Job fort, und beobachtet
gleichzeitig andere TCP-Ports auf eingehende Verbindungen. Die
Schadensroutine von Sasser scheint sich auf Reboots des befallenen
Rechner zu beschränken. 'Sasser ist das erste Muster der
War Searching Strategie. Noch aber werden dabei nicht die großen
Suchmaschinen im Web wie Google oder Yahoo benutzt. Noch ist es
ein einfacher Mechanismus. Wir erwarten aber in Zukunft wesentlich
komplexere Angriffe', so die Einschätzung des IT-Sicherheitsexperte
Massimiliano Mandato vom IT-Dienstleister NextiraOne http://www.nextiraone.de
:
Dank der geringen Schadensroutine gibt Strasser aber jetzt eine
gute Chance der Prävention und der Verbesserung der Sicherheitslage.
Mandato empfiehlt parallele Maßnahmen: Firewalls überprüfen
und gegebenenfalls aktivieren, Sicherheitspatches von Microsoft
einspielen und ein Removal-Tool wie Stinger einsetzen, um bereits
vorhandene Sasser-Infektionen aufzuspüren und zu löschen.
Der Sicherheitsspezialist weißt aber darauf hin, dass Technik
alleine nicht ausreicht: 'Sicherheit muss als ein Prozess verankert
sein und Richtlinien folgen. Das Sicherheitsniveau muss auch gelebt
werden. Gerade portable Notebooks, die von unterschiedlichen Zugängen
aus Online gehen und eventuell auch verschiedene WLAN-Umgebungen
benutzen, sind sehr anfällig für jede Art von Angriff.
Hier zeigen Initiativen wie etwa Ciscos Self Defending Network
grundsätzliche Strategien auf, mit denen Sicherheit aktiv
im Netzwerk gelebt werden kann'. Die Stärke der Self Defending
Network Strategie liegt nach Mandato darin, dass das Sicherheitsniveau
des gesamten Netzwerks zentral adjustiert werden kann, und das
Netzwerk dann selbst alle angeschlossenen Teilnehmer überprüft
und Kategorien zuordnet. Auch die Distribution von Sicherheits-Patches
wird dabei automatisiert.
Sicherheit ist nach Meinung des NextiraOne-Experten ein dynamischer
Prozess: 'Wir werden immer wieder neue Angriffstechniken erleben.
Ein hohes Sicherheitsniveau wird nicht final erreicht werden,
sondern ist quasi immer ein Tageszustand. Dass selbst große,
professionell gemanagte Netzwerke Angriffsflächen bieten,
zeigen die Sasser-Meldungen über die Deutsche Post und die
Nachrichtenagentur AFP. Ein Security-Check, wie er sich leicht
in ein oder zwei Tagen durchführen lässt und eine daran
anschließende klare Sicherheitsstrategie ist im Grunde für
jedes Netzwerk unerlässlich', kommentiert Mandato die aktuelle
Situation.
Link(s):
- www.nextiraone.de
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