Handel mit geschützten Tierarten bei eBay
2.2.2004:
Bonn - Über das Internet-Auktionshaus eBay werden geschützte
Tier-arten in erheblichem Umfang gehandelt. Wie das deutsche Komitee
ge-gen den Vogelmord berichtet, hat die Anzahl illegaler Tierversteigerungen
bei eBay im Januar 2004 wieder deutlich zugenommen. Innerhalb
weniger Wochen sind über den Online-Marktplatz mehrere hundert
geschützte Vogelarten, Elfenbeinprodukte, Schädel von
Leoparden, Delfinen und Belugawalen versteigert worden.
Zwar hat man bei eBay nach heftigen Protesten von Naturschützern
im letzten Jahr begonnen, artgeschützte Produkte zu löschen,
diese Tätigkeit aber Ende 2003 wieder eingestellt, so Komiteesprecher
Axel Hirschfeld. "Da werden mit vom Aussterben bedrohten
Tierarten riesige Geschäfte gemacht und eBay tut so, als
ginge die Firma das Ganze nichts an", ist Hirschfeld schockiert.
2003 belegte eine im Auftrag des Komitees erstellte Studie, dass
innerhalb von 30 Tagen mehr als 1.500 illegale Tierauktionen bei
eBay durchgeführt wurden. Bis heute wurden von Zoll- und
Polizeidienststellen mehr als hundert Ermittlungsverfahren eingeleitet.
Nach Hinweisen des Komitees wurden bei Hausdurchsuchungen etwa
900 ausgestopfte Vögel, Tierfelle, Tierschädel, Elfenbein
und mehr als eine halbe Tonne geschmuggelte Stör-Kaviar konfisziert.
Zuletzt wurde Ende März 2003 ein Händler von einem Dresdner
Schöffengericht zu 11 Monaten und drei Wochen Haft auf Bewährung
verurteilt, weil er bei eBay geschützte Greifvögel und
einen Luchs feilgeboten hatte. Einen Abschreckungseffekt hatte
dieses Urteil jedoch nicht, der illegale Handel geht munter weiter.
Seit Dezember 2003 hat das Komitee 650 illegale Tier-Auktionen
bei eBay entdeckt.
Quelle:
http://www.ebay.de
http://www.komitee.de
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