Mein Großvater ist siebenundneunzig Jahre alt geworden. Zeit seines Lebans hat er fette krebserregende Substanzen, wie zum Beisipiel diesen köstlichen geräucherten Bauernspeck, zu sich genommen. Vitamine und so Zeugs gabs nur wenns frisch vom Feld oder Garten kam, den Rest des Jahres was sich gehalten hat im Keller, oder Eingemachtes. Geraucht hat er auch wie ein Schlot, so harte Sachen wie die *Virginier* und einem Schnapserl und einem Bier war er auch nie abgeneigt.
Aber er hat den ganzen Tag harte Arbeit an der frischen
Luft verrichtet und Stress gabs auch keinen. Was heute nicht fertig
geworden ist, wurde eben morgen erledigt. Und Gedanken darüber,
ob das gesund ist was er und die Familie zu essen hatten, hat
er sich auch keine gemacht. Immerhin gabs meistens was zu essen,
wenn die Ernte gut war und keine Katastrophen waren.
Wie alt wäre der Gute geworden, wenn er unser heutiges Wissen, die heutige medizinische Versorgung, die heutigen Lebensumstände und die heutige gesunde Ernährung gehabt hätte? Wär er hundertsiebzehn geworden, oder siebenundvierzig?
Wir heute wissen was an unserer Ernährung gesund ist und was nicht und wir halten uns auch manchmal dran. Ich für meinen Teil liebe einen richtigen Schweinsbraten, mit Kraut und diesen herrlichen böhmischen Knödeln, die meine Großmutter mir immer gekocht hat. Sie ist immerhin auch dreiundneunzig Jahre alt geworden, das läßt mich den Schweinsbraten genießen und auf die Gene meiner Großeltern hoffen.
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