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Das Automobil oder kurz Auto (von griechisch ????~, autó~ selbst~ und Latein mobilis beweglich, früher Motorwagen) ist ein selbstfahrendes Fahrzeug, das sich unabhängig von Schienen und ohne den Einsatz von Zugtieren selbständig und aus eigenem Antrieb an Land fortbewegen kann. Diese Definition schließt auch motorisierte Zweiräder mit ein, jedoch wird das Wort im allgemeinen Sprachgebrauch meist für mehrspurige Fahrzeuge verwendet. Oft ist auch nur der PKW gemeint.
Die motorisch bewegten Fahrzeuge haben gegenüber den von Zugtieren gezogenen verschiedene Vorteile:
* Es lassen sich höhere Geschwindigkeiten erzielen und weitere
Entfernungen bewältigen.
* Größere und anhaltende Steigungen werden leichter überwunden.
In diesem Artikel wird die allgemeine Entwicklung des Autos beschrieben.
Die technische Beschreibung erfolgt im Artikel Kraftfahrzeug.
* vor 4000 v. Chr.: Das Rad wird unabhängig voneinander in mehreren
Kulturen erfunden.
* 400 v. Chr.: Hellenische Belagerungstürme werden durch Treträder
bewegt (Muskelkraft).
* 308 v. Chr.: Wagen des Demetrios von Phaleron wird durch Menschen im
Innenraum des Fahrzeuges bewegt (Muskelkraft).
* 100 v. Chr.: Heron von Alexandria (Grieche) baut eine Art Dampfmaschine.
* 200 n. Chr.: Das Römisches Reich benutzt Wagen, die durch die Muskelkraft
von Sklaven im Inneren bewegt werden.
* 1447: Muskelkraftwagen tauchen in Deutschland auf.
* 1490: Leonardo da Vinci zeichnet eine Art selbstfahrenden Panzerwagen.
* 1600: Simon Stevin, ein holländischer Mathematiker, baut einen
brauchbaren Segelwagen, der mit Windenergie 30 Personen transportieren
kann.
* 16501660: Johann Hautsch (Deutscher) verkauft mechanische Prunkwagen,
angetrieben durch Muskelkraft.
* 1674: Christiaan Huygens (Holländer) baut eine Kolbenmaschine mit
Pulverantrieb. Er gilt als Pionier der Verbrennungsmotoren. Der Kolbenmotor,
nach dessen Schema auch die meisten heutigen Motoren arbeiten, ist eine
Erfindung des niederländischen Physikers Christiaan Huygens (16291695).
Es handelte sich um einen Explosionsmotor bei dem tatsächlich Schießpulver
als Explosionsstoff eingesetzt wurde.
* 1678: Ferdinand Verbiest (Belgier) baut ein Modell eines dreirädrigen
Dampfwagens, allerdings bleibt es beim Modell. Das vermutlich erste Automobil
wurde 1678 vom Jesuitenpater Ferdinand Verbiest (1688) am chinesischen
Hof gebaut und eingesetzt. Es handelte sich dabei um eine selbstfahrende
Dampfmaschine.
* 1680: Isaac Newton (Engländer) legt ein Konzept eines Dampfwagens
vor.
* 1690: Denis Papin (Franzose) baut eine Hochdruckdampfmaschine mit Kolben.
* 1712: Thomas Newcomen (Engländer) entwickelt diese Dampfmaschine
weiter, indem er das Wasser im Zylinder durch heißen Dampf ersetzt.
* 1768: James Watt (Schotte) nimmt weitere Veränderungen an der Dampfmaschine
vor und gilt so als der Erfinder der direktwirkenden Dampfmaschine.
* Bereits 1768 wurde von Nicolas Joseph Cugnot, einem französischen
Militäringenieur, für die französische Armee ein dreirädriger
Dampfwagen mit Zweizylindermaschine zum Transport von Kanonen gebaut,
der jedoch sehr störanfällig war und kaum benutzt wurde.
* 1769: Nicolas Joseph Cugnot (Franzose) macht erste Fahrversuche mit
einem Dampfwagen. Dieser fasst vier Passagiere und erreicht eine Geschwindigkeit
von 9 km/h. Das Original befindet sich im Pariser Conservatoire National
des Arts et Métiers. Die Französische Revolution hinderte
weitere Versuche.
Im 19. Jahrhundert wurde eine Vielzahl an Dampfautomobilen gebaut. Bereits 1828 gab es in England einen mehr oder weniger regelmäßigen Pendeldienst mit einem Dampfbus zwischen London und Bath. Auch zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde noch ein erfolgreicher Dampf-Lkw gebaut, der Sentinel.
* 18001900: In ganz Europa werden viele solcher Muskelkraftwagen
sowie Segelwagen gebaut.
* 1801: Richard Trevithick (Engländer) baut erstmals einen Dampfwagen,
der per Definition auch als Automobil bezeichnet werden darf.
* 1802: Isaac de Rivaz (Schweizer) baut ersten Wagen mit Verbrennungsmotor
(u. a. mit einem Wasserstoffgasmotor).
* 1829: Walter Hancock (Engländer) baut Dampfwagen für den privaten
Gebrauch sowie etliche Dampf-Omnibusse.
* 1860: Etienne Lenoir (Franzose) patentiert einen betriebsfähigen
Gasmotor.
* 1868: Pierre Michaux und M. Perreaux (Franzosen) konstruieren das erste
Fahrrad, angetrieben von einer Dampfmaschine.
* 18621866: Nikolaus August Otto (Deutscher) entwickelt den Viertaktmotor
(Gasmotor), 1876 lässt er den Viertakt-Ottomotor patentieren, wobei
1886 dieses Patent aufgehoben wurde. Zudem gründet er die Gasmotorenfabrik
Deutz AG.
* 1863 wurde die erste Gaskraftmaschine entwickelt.
* 1870 unternimmt Siegfried Marcus in Wien Fahrversuche mit einem direkt
wirkenden, verdichtungslosen Zweitaktmotor, der auf einem einfachen Handwagen
montiert ist.
* 1876 Entwicklung eines Viertakt-Motors mit Verdichtung eines Gas-Luftgemisches.
Die Entwicklung der heutigen Autos begann 1886 in Deutschland. Es wurde am 3. Juli 1886 in Mannheim von Carl Benz erfunden. Kurz danach folgten unabhängig davon in Cannstatt bei Stuttgart Gottlieb Daimler und Wilhelm Maybach sowie Siegfried Marcus in Wien.
Die erste Überlandfahrt unternahm Bertha Benz am 5. August 1888 von Mannheim nach Pforzheim. Dabei ging ihr das Benzin aus und sie musste tanken. Tankstellen gab es noch nicht. Die entsprechenden Chemikalien gab es nur in der Apotheke. So wurde die Stadtapotheke von Wiesloch zur ersten Tankstelle der Welt.
Die meisten damals produzierten Fahrzeuge basierten auf der Grundkonstruktion des Mercedes-Simplex (1906 siehe Foto oben, sog. Simplexkonstruktion). Sie besaßen einen Motor vorn, ein Getriebe und Antriebswellen zu den angetriebenen Rädern. Der Begriff Simplex geht auf Kaiser Wilhelm II. zurück, der sich 1906 auf einer Automobilausstellung in Berlin den Startvorgang des Mercedes erklären ließ und den im Vergleich zum mühsamen Einspannen von Pferden in eine Kutsche nur rund 10-Minütigen Startvorgang als Simplex bezeichnete.
* 1886: Benz & Co. reicht eine Patentschrift für
ein dreirädriges Fahrzeug mit Gasmotorenbetrieb ein.
Karl Benz (Deutscher), der Erfinder fährt öffentlich herum.
18941902 stellt er als erster ein Automobil in Serie her.
* 1887: Gottlieb Daimler (Deutscher) baut ebenfalls völlig unabhängig
von Karl Benz Automobile und gründet die Daimler-Motoren-Gesellschaft.
Der von ihm entwickelte Kutschenwagen erreicht eine Höchstgeschwindigkeit
von 16 km/h und basiert eigentlich auf einer mit einem Motor umgebauten
Droschke. Er arbeitet mit dem Motorenbauer Wilhelm Maybach zusammen und
entwickelt so diverse Fahrzeuge.
* 1888/1889: Siegfried Marcus (ein in Wien lebender Deutscher), lässt
unabhängig von Benz und Daimler einen von einem Benzin-Viertaktmotor
angetriebenen Wagen bauen, der die wesentlichsten Bestandteile eines modernen
Automobils aufweist.
* Der erste dokumentierte Geschwindigkeitsrekord eines Automobils wird
1898 von dem Franzosen Gaston de Chasseloup-Laubat mit 63,14 km/h mit
einem Elektroauto aufgestellt. Bis 1964 werden Automobil-Geschwindigkeitsrekorde
nur von Fahrzeugen anerkannt, die über die Räder angetrieben
werden.
* 1891: Automobilfabriken entstehen in Europa und in den USA, u. a. in
Frankreich Peugeot. Daimler gründet Unternehmen in England und in
Österreich.
* 1892: Rudolf Diesel erhält ein Patent auf eine Neue rationelle
Wärmekraftmaschine und modifiziert damit den ursprünglichen
Otto-Prozess. Das Resultat ist ein höherer Wirkungsgrad. 1897 baut
er den ersten Dieselmotor.
* 1895: Mit der Netphener Omnibusgesellschaft nimmt der erste benzinbetriebene
Omnibus der Welt seinen Betrieb auf.
* 1898: Der österreichische Automobilhersteller Gräf & Stift
stellt das erste Auto mit Frontantrieb her (Patent 1900)
Am Ende des 19. Jahrhunderts konkurrierten die verschiedenen Antriebsarten für Automobile noch sehr stark miteinander, bevor sich der Hubkolbenmotor durchsetzen konnte. Dies zeigen zum Beispiel die Produktionszahlen der amerikanischen Automobilfertigung (75 Hersteller) aus dem Jahr 1900:
* Insgesamt wurden 4.192 Automobile gefertigt.
o 1.688 Dampfautomobile
o 1.575 Elektrofahrzeuge
o 929 Fahrzeuge mit Benzinmotor
Das Benzinautomobil benötigte bis in die 1920er Jahre, um sich gegen andere Antriebsarten durchzusetzen, wie z.B. dem Petroleummotor und dem Spiritusmotor. Gründe waren u. a. der technische Fortschritt im Motorenbau und billiger Kraftstoff aus Erdöl mit einer viel höheren Energiedichte als elektrische Speicher sowie die hierin begründeten, auch heute noch gültigen Vorteile: eine große Reichweite und eine hohe mögliche Geschwindigkeit.
Das Prinzip des ersten Automobils ist bis heute erhalten geblieben. Es sind jedoch viele technische Neuerungen hinzugekommen:
* 1900: Gräf & Stift, Wien, lässt den von ihr 1898 entwickelten
Vorderradantrieb patentieren und baut zwei Prototypen.
* 1901: Fredrick Lanchester patentiert die Scheibenbremse. Erstes Serienfahrzeug
mit Scheibenbremsen war 1955 der Citroën DS.
* 1903: Der Spijker 60/80 HP ist der erste Sportwagen mit Allradantrieb.
Im gleichen Jahr wird Mary Anderson das erste Patent für einen Scheibenwischer
erteilt.
* 1913: Ford führt die Fließbandproduktion seiner Fahrzeuge
ein und damit die Massenfertigung erschwinglicher Automobile.
* 1914: Das erste hydraulische Bremssystem kommt auf den Markt.
* 1918: Chassis und Karosserie werden aus Stahl gefertigt.
* 1923: Erster LKW mit Dieselmotor
* 1926: Benz & Co. fusioniert mit der Daimler Motoren-Gesellschaft
zur Daimler Benz AG.
* 1931: Mit dem DKW F1 wird der Frontantrieb in die Serie eingeführt.
* 1933: Der Drehkolbenmotor wird entwickelt.
* 1936: Erster PKW mit Dieselmotor
* 1940: Das Automatikgetriebe wird eingeführt.
* 1948: Der Radialreifen (Gürtelreifen) kommt auf den Markt.
* 1949: Die erste Deutsche Automobil-Ausstellung nach dem Krieg findet
in Berlin (Messehallen am Funkturm) statt.
* 1952: Die erste Benzindirekteinspritzanlage wird eingesetzt (Mercedes
300 SL). Die Servolenkung geht in Serie.
* 1957: Beckengurte können auf Wunsch eingebaut werden.
* 1963: Ein Auto mit Wankelmotor (Kreiskolbenmotor) wird gebaut.
* 1967: Ein elektronisches Benzineinspritzsystem wird entwickelt.
* 1972: Erstes in Großserie produziertes Straßenfahrzeug mit
Allradantrieb wird vorgestellt. (Subaru Leone Station Wagon AWD)
* 1974: General Motors entwickelt Autokatalysatoren für Benzinmotoren.
* 1975: Das Antiblockiersystem (ABS) kommt auf den Markt.
* 1980: Fahrzeuge mit Airbags werden gebaut.
* 1990: Katalysatoren für Dieselmotoren werden entwickelt.
* 1995: Das Elektronische Stabilitätsprogramm wird eingeführt.
* 1998: Fahrzeuge mit Hybridantrieb (Elektro- und Verbrennungsmotor) gehen
in Serie.
Verschiedene Entwicklungstendenzen lassen sich derzeit beobachten. So wird zum Beispiel die Integration der Informationselektronik verstärkt betrieben (Navigationssysteme, Unterhaltungsmedien für Mitfahrer, usw.). Hauptthema ist auch die weitere Verbrauchssenkung bzw. ein alternativer Antrieb. Die technischen Fortschritte auf dem Gebiet der Motorentechnik und des Leichtbaus werden jedoch zum Teil durch zusätzliche Komfort- und Sicherheitsausstattungen sowie stärkere Motorisierungen der Fahrzeuge wieder wett gemacht. Trotzdem sinkt der Flottenverbrauch weiter ab. 2003 wurde der Flottenverbrauch in Deutschland zu 7,35 l/100 km errechnet. Grund ist vor allem der große Anteil von neu zugelassenen Dieselfahrzeugen. Dies führte auch dazu, dass der Gesamtabsatz an Benzin und Dieselkraftstoff in Deutschland seit 1999 rückläufig ist.
Die wesentlichen Innovationsgebiete der Fahrzeugtechnik betreffen folgende Themenbereiche:
* Fahrerassistenzsysteme, Steer-by-Wire/Brake-by-Wire
* Brennstoffzelle/Elektroantrieb/Hybridantrieb
* Erneuerbare Energie
* Fußgängerschutz
* Verwendung wiederverwertbarer Rohstoffe
* Führerlose Fahrsysteme
Nach Zahlen der WHO sterben 1,2 Millionen Menschen jährlich an den direkten Folgen von Verkehrsunfällen. Alle Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit zusammen haben dazu beigetragen, dass sich die Zahl der bei einem Verkehrsunfall getöteten Personen (2004: etwa 5800, 1971: ca. 21.000) in Deutschland auf dem niedrigsten Stand seit Einführung der Statistik im Jahre 1953 bewegt. Angesichts eines vielfach höheren Fahrzeugbestands und insgesamt gewachsener Fahrleistungen ein beachtlicher Erfolg.
Die Sicherheit von Insassen und potenziellen Unfallgegnern von Kraftfahrzeugen ist abhängig von organisatorischen und konstruktiven Maßnahmen sowie dem persönlichen Verhalten der Verkehrsteilnehmer.
* Zu den organisatorischen Maßnahmen zählen zum Beispiel:
Verkehrslenkung (Straßenverkehrsordnung mit Verkehrsschildern oder
etwas moderner durch Verkehrsleitsysteme), gesetzliche Regelungen (Gurtpflicht,
Telefonierverbot), Verkehrsüberwachung und straßenbauliche
Maßnahmen.
* Die konstruktiven Sicherheitseinrichtungen moderner Automobile lassen
sich grundsätzlich in zwei verschiedene Bereiche gliedern:
o Passive Sicherheitseinrichtungen sollen, wenn ein Unfall nicht zu vermeiden
ist, die Folgen abmildern. Dazu zählen: Sicherheitsgurt, Sicherheitskopfstütze,
Gurtstraffer, Airbag, Überrollbügel, deformierbare Lenkräder
mit ausklinkbaren Lenksäulen, Knautschzone, Seitenaufprallschutz,
konstruktive Maßnahmen zum Unfallgegnerschutz
o Aktive Sicherheitseinrichtungen sollen einen Unfall verhindern oder
in seiner Schwere herabsetzen. Beispiele: ABS, ESP.
* Persönliche Maßnahmen, wie defensives Fahren, korrektes Einhalten
der Verkehrsvorschriften oder Training der Fahrzeugbeherrschung, beispielsweise
bei einem Fahrsicherheitstraining, helfen das persönliche Unfallrisiko
zu vermindern; Verkehrserziehung speziell für Kinder.
* Nach längerer freiwilliger Aktion, wurde 'Licht am Tag' in Österreich
am 15. November 2005 verpflichtend eingeführt und wird seit 2007
auch per Strafe eingefordert. Ziel dieser Kampagne ist es, die menschlichen
Sinneseindrücke auf die Gefahrenquellen zu fokussieren und damit
die Zahl der Verkehrstoten zu verringern. Schätzungen des Bundesministeriums
zufolge werden jährlich 15 Verkehrstote weniger erwartet. Auch in
Deutschland wird eine solche Maßnahme in Erwägung gezogen.
Kaum ein anderes industrielles Massenprodukt hat den Alltag der Menschheit mehr verändert als das Automobil. Seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts hat es mehr als 2500 Unternehmen gegeben, die Automobile produzierten. Viele Unternehmen, die im 19. Jahrhundert Eisenwaren oder Stahl produzierten, fingen Mitte des Jahrhunderts mit der Fertigung von Waffen oder Fahrrädern an und entwickelten so die Kenntnisse, die Jahrzehnte später im Automobilbau benötigt wurden.
Selbst heute gibt es noch viele kleine Betriebe im Bereich Automobilproduktion, die nur eine handvoll zumeist exklusive Fahrzeuge produzieren, beispielsweise die Unternehmen Stutz (USA) oder Morgan (GB).
Kernpunkt der Bedeutung des Automobils ist die Mobilität, aber auch die Flexibilität. Bis in das 18. Jahrhundert gab es als Fortbewegungsmittel nur die Kutsche und das Pferd. Mit Erfindung der Eisenbahn konnte zwar die Geschwindigkeit gesteigert werden, aber man war an Fahrpläne und bestimmte Haltepunkte gebunden. Erst das Automobil ermöglichte die universelle und individuelle Fortbewegung sowie den flexiblen schnellen Transport von Gütern. Insgesamt waren zum 1. Januar 2004 49.648.043 Automobile in Deutschland zugelassen.
Im Vergleich mit Fußgängern und Fahrrädern, aber auch mit Bussen Bahnen hat das Auto einen wesentlich höheren Platzverbrauch. Im ländlichen Raum stellt dies meist kein Problem dar, in Ballungsgebieten führt dies jedoch zu Staus und Parkplatzmangel. Das Stadtzentrum verliert dadurch an Attraktivität für den Autoverkehr, der auf die grüne Wiese ausweicht.
Der Güterverkehr auf der Straße ist ein elementarer Bestandteil der heutigen Wirtschaft. So erlaubt es die Flexibilität der Nutzfahrzeuge, leicht verderbliche Waren direkt zum Einzelhandel bzw. zum Endverbraucher zu bringen. Mobile Baumaschinen übernehmen heute einen großen Teil der Bauleistungen. Just-in-time-Lieferungen ermöglichen einen viel schnelleren Bauablauf. Beton wird in Betonwerken gemischt und anschließend mit Spezialfahrzeugen zur Baustelle gebracht, mobile Betonpumpen ersparen den Gerüst- oder Kranbau.
Kraftfahrzeugbestand in Deutschland
1.1.2007 1.1.2006 1.1.2005 1.1.2004 1.1.2003 1.1.2002 1.1.2001
Personenkraftwagen (PKW) 46.569.657 46.090.303 45.375.526 45.022.926 44.657.303
44.383.323 43.772.260
Krafträder, Quads etc. 3.969.103 3.902.512 3.827.899 3.744.971 3.656.873
3.557.360 3.410.480
Lastkraftwagen (LKW) 2.604.060 2.573.077 2.572.142 2.586.329 2.619.267
2.649.097 2.610.885
Zugmaschinen einschl. Sattelzüge 2.000.844 1.975.979 1.961.934 1.952.298
1.952.243 1.951.077 1.941.783
Kraftomnibusse 83.549 83.904 85.508 86.480 85.880 86.461 86.656
Sonstige (Wohnmobile, Krankenwagen) 284.160 284.092 696.644 689.165 684.269
678.612 665.231
Gesamte Kraftfahrzeuge 55.511.373 54.909.867 54.519.653 54.082.169 53.655.835
53.305.930 52.487.295
Die Luftverschmutzung durch die Abgase der Verbrennungsmotoren nimmt, gerade in Ballungsräumen, z.T. gesundheitsschädigende Ausmaße an (Stichwort Smog, Feinstaub). Die Kraftstoffe der Motoren beinhalten giftige Substanzen wie Xylol, Toluol, Benzol sowie Aldehyde. Noch giftigere Bleizusätze sind zumindest in Europa und den USA nicht mehr üblich.
Auch der überwiegend vom Automobil verursachte Straßenlärm schädigt die Gesundheit.
Das Motoröl aus Automobilen gelangt manchmal in die Nahrungskette.
Zu den Gefahren des Kraftfahrzeug-Verkehrs bzw. zu Verkehrsunfällen siehe das Kapitel Sicherheit.
Der Verbrauch von Mineralöl, einem fossilen Energieträger zum Betrieb des Automobils erzeugt einen CO2-Ausstoß von mehreren Millionen Tonnen jährlich und trägt so erheblich zum Treibhauseffekt bei. Die Vorkommen an fossilen Energieträgern, insbesondere Erdöl, sind begrenzt. Die Verteilung der Vorkommen und der Verbraucher führt zu politischen Konflikten bis hin zu militärischen Auseinandersetzungen.
Der enorme Flächenverbrauch für Fahrzeuge und Verkehrswege zerstört den Lebensraum für Menschen, Tiere und Pflanzen.
Die Fertigung des Automobils verbraucht darüber hinaus erhebliche Mengen an Rohstoffen, Wasser und Energie. Je nach Weltanschauung gehen die Angaben hierzu jedoch weit auseinander. Gemäß der Automobilindustrie werden nur etwa 2700 l je hergestelltem Fahrzeug als Abwasser in die Kanalisation beziehungsweise in das Klärwerk entlassen, die auch noch zu einem gewissen Teil aus den Sozialräumen stammen. [1]. Greenpeace geht im Greenpeacemagazin 4/97 von einem Verbrauch von 20.000 l für einen Mittelklassewagen aus. SPIEGEL Special 11/1998 berechnet für die Herstellung eines PKW der oberen Mittelklasse (etwa: Mercedes E-Klasse) gar 226.000 Liter Wasser. Die Wasserwirtschaft sieht branchenpositive 380.000 l für ein Fahrzeug als notwendig an.
Die Automobilindustrie arbeitet daher an alternativen Konzepten, die jedoch erst durch politische bzw. wirtschaftliche Zwänge größere Verbreitung erlangen dürften.
Personenkraftwagen in Deutschland nach Kraftstoffarten
Kraftstoffart 1.1.2007 1.1.2006 1.1.2005
Benzin k.A. 35.918.697 36.264.661
Diesel 10.819.760 10.091.290 9.071.611
Flüssiggas (LPG) (einschl. bivalent) k.A. 40.595 13.051
Erdgas (CNG) (einschl. bivalent) ca. 54.000 30.554 21.571
Hybrid k.A. 5.971 2.150
Elektro k.A. 1.931 2.038
Sonstige k.A. 1.265 444
Gesamt PKW 46.569.657 46.090.303 45.375.526
Quelle: KBA
Das Auto ist ein Transportmittel, das
1. größere bis große Lasten (Transport)
2. binnen kurzer Zeit über große Entfernungen (Mobilität)
3. bei größtmöglicher Flexibilität der einzelnen
Person (Individualität)
bewegen kann. Damit erhöht es die Leistungsfähigkeit und Produktivität
einer Gesellschaft.
Das Auto ist aber weit mehr als ein Gebrauchsgegenstand. In vielen Ländern dazu zählen bei weitem nicht nur Amerika oder Deutschland ist das Auto Symbol für Stärke, für Liquidität oder Reichtum und Modernität. Ein Auto zu besitzen, ist eine Prestigeangelegenheit; welches Auto man besitzt ebenso. Das Auto gliedert sich prachtvoll in die Lebenswelt eines 'modernen' Menschen ein. Persönliche Ziele wie zum Beispiel Macht (die sich etwa im investierten Geld spiegelt), Schnelligkeit oder Leistungsfähigkeit, Unabhängigkeit (im Auto bin ich frei und autonom) finden sich darin wieder. Das Auto befriedigt zentrale Bedürfnisse, Träume, Ideale und geht in diesem Sinn weit über seinen praktischen Wert hinaus. Der Markt zehrt davon schon seit Jahrzehnten. Autowerbung funktioniert nur selten oder nur teilweise über die praktischen Vorzüge, die ein Modell bieten kann. Stattdessen wird das Auto zum zweiten Zuhause größtmöglicher Komfort für Fahrer und Insassen und vielfältige Zusatzfunktionen belegen dieses immer wieder aufs Neue. Inzwischen kehrt sich diese Entwicklung teilweise wieder um. In Zeiten des schwindenden Allgemeinwohlstandes wird zunehmend bemängelt, dass es keine komfortarmen, insbesondere HartzIV-konformen Fahrzeuge mehr zu kaufen gibt.
Es sind also zwei Faktoren, die die Verbreitung des Autos derart vorangetrieben haben:
1. sein wirtschaftlicher Gebrauchswert und
2. seine Popularität unter der Bevölkerung
und daraus resultiert ein dritter nicht unbedeutender Punkt: die Autoindustrie ist eine große Stütze des Wirtschaftssystems, das um seiner selbst Willen und der Stabilität der Gesellschaft wegen den Willen zur (Selbst-)Erhaltung produziert.
Die genannten positiven Eigenschaften haben ihre Kehrseite, denn das Auto prägt unser Leben auch in anderer Weise (siehe dazu auch Risiken):
* das Stadtbild ist hauptsächlich geprägt von Verkehr und
Infrastruktur (Straßennetz)
* Lärm und Umweltverschmutzung mindern die Lebensqualität
* der Energieverbrauch ist enorm
* das Auto verleitet zur Fortbewegung ohne Bewegung der Gesundheit
abträglich.
Kaum ein anderes Objekt unseres täglichen Lebens vereint derart gegensätzliche Eigenschaften. Gemessen an den gesamtgesellschaftlichen Problemen, die durch das Auto entstanden sind, ist die Frage berechtigt, ob die Vorzüge, die im Gegensatz dazu eher individualistischer Natur sind (also in erster Linie den einzelnen Menschen bedienen), tatsächlich ausreichend sind, um jene aufzuwiegen.
Folgende Hersteller sind die 5 stärksten Automarken in West-Europa:
* Renault (Neuzulassungen in Stück: 2003: 1.505.000, 2004: 1.483.000,
2005: 1.455.000)
* VW (Neuzulassungen in Stück: 2003: 1.415.000, 2004: 1.391.000,
2005: 1.411.000)
* Ford (Neuzulassungen in Stück: 2003: 1.228.000, 2004: 1.254.000,
2005: 1.203.000)
* Peugeot (Neuzulassungen in Stück: 2003: 1.197.000, 2004: 1.150.000,
2005: 1.172.000)
* Opel (Neuzulassungen in Stück: 2003: 989.000, 2004: 981.000, 2005:
968.000)
Folgende Hersteller sind die 5 stärksten Automarken in Deutschland:
* VW (Neuzulassungen in Stück: 2003: 600.360, 2004: 602.725, 2005:
604.000)
* Mercedes-Benz (Neuzulassungen in Stück: 2003: 369.099, 2004: 360.425,
2005: 354.000)
* Opel (Neuzulassungen in Stück: 2003: 332.781, 2004: 334.794, 2005:
345.000)
* BMW (Neuzulassungen in Stück: 2003: 253.376, 2004: 276.982, 2005:
277.000)
* Audi (Neuzulassungen in Stück: 2003: 238.742, 2004: 235.652, 2005:
243.000)
Anmerkung: Zahlen für 2005 sind geschätzt, Stand Februar 2005
PKW-Neuzulassungen 2006 in Deutschland nach Automarken
Automarke PKW-Fahrzeugneu- Anteil an den gesamten davon mit
zulassungen 2006 PKW-Neuzulassungen Dieselantrieb
2006 in Prozent in Prozent
Volkswagen 689.116 19,9 56,2
Mercedes 342.768 9,9 53,0
Opel 334.479 9,6 30,2
BMW 272.805 7,9 59,4
Audi 262.356 7,6 69,2
Ford 243.845 7,0 36,1
Renault 149.516 4,3 34,5
Toyota 142.908 4,1 32,9
Skoda 118.523 3,4 39,0
Peugeot 111.151 3,2 34,3
Citroen 83.469 2,4 41,3
Fiat 78.072 2,3 37,9
Mazda 77.051 2,2 28,8
Seat 60.975 1,8 31,4
Nissan 55.231 1,6 23,2
Hyundai 52.405 1,5 21,0
Honda 48.588 1,4 23,0
Kia 46.184 1,3 43,3
Volvo 37.057 1,1 76,4
Mitsubishi 33.760 1,0 19,7
Suzuki 32.237 0,9 25,6
Smart 30.286 0,9 20,0
Mini (BMW) 24.652 0,7 5,9
Chevrolet 23.132 0,7 3,4
Porsche 17.490 0,5 0,0
Alfa Romeo 15.182 0,4 52,8
Daihatsu 13.120 0,4 0,0
Chrysler 11.982 0,3 58,7
Subaru 11.053 0,3 0,0
Land Rover 6.923 0,2 89,4
Dacia 6.292 0,2 16,2
Jeep 6.088 0,2 80,1
Saab 5.277 0,2 39,9
Lexus 5.087 0,2 21,1
Jaguar 4.223 0,1 56,3
Ssangyong 2.814 0,1 99,1
Lancia 2.626 0,1 25,8
GM 2.187 0,1 7,4
Sonstige 7.051 0,0 12,7
Gesamt 3.467.961 100 44,3
Artikel Automobil. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie.
Bearbeitungsstand: 6. Mai 2007, 20:58 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Automobil&oldid=31461674
(Abgerufen: 7. Mai 2007, 11:43 UTC)
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